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Aus der NachprüfungsPraxis -Erfolgsaussichten für einen auf Verlängerung der aufschiebenden Wirkung der sofortigen Beschwerde über den in § 173 Abs. 1 Satz 2 GWB bestimmten Zeitraum hinaus gerichteten Antrag?

von Thomas Ax

Gemäß § 173 Abs. 2 GWB ist ein Antrag wie der vorliegend zu bescheidende abzulehnen, wenn unter Berücksichtigung aller möglicherweise geschädigten Interessen die nachteiligen Folgen einer Verzögerung der Vergabe bis zur Entscheidung über die Beschwerde die damit verbundenen Vorteile überwiegen. Bei der Abwägung sind das Interesse der Allgemeinheit an einer wirtschaftlichen Erfüllung der Aufgaben des Auftraggebers, die Erfolgsaussichten der Beschwerde, die allgemeinen Aussichten des Antragstellers im Vergabeverfahren, den Auftrag zu erhalten, und das Interesse der Allgemeinheit an einem raschen Abschluss des Vergabeverfahrens zu berücksichtigen (vgl. zu allem Vorstehenden Senat, Beschluss vom 14. Oktober 2020 – Verg 7/20 -; Beschluss vom 12. Oktober 2020 – Verg 8/20 -; OLG Karlsruhe, Beschluss vom 19. Februar 2020 – 15 Verg 1/20; OLG Dresden, Beschluss vom 21. August 2019 – Verg 5/19; OLG Frankfurt am Main, Beschluss vom 3. Mai 2018 – 11 Verg 5/18; Beschluss vom 24. August 2017 – 11 Verg 12/17).

Dabei sind die Erfolgsaussichten der sofortigen Beschwerde vorrangig zu berücksichtigen (vgl. Senat, a.a.O.; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 3. Juli 2019 – Verg 51/16; Beschluss vom 3. August 2018 – Verg 30/18; Beschluss vom 9. April 2014 – VII Verg 8/14; OLG München, Beschluss vom 19. März 2019 – Verg 3/19; OLG Rostock, Beschluss vom 21. Januar 2019 – 17 Verg 8/18; OLG Schleswig, Beschluss vom 25. August 2017 – 54 Verg 3/17; OLG Celle, Beschluss vom 8. Juli 2016 – 13 Verg 2/16; OLG Hamburg, Beschluss vom 2. Oktober 2012 – 1 Verg 2/12; Heiermann/Zeiss/Summa-Summa; Ziekow/Völlink-Losch, Vergaberecht, 4. Aufl. 2020, § 173 GWB, Rdnr. 53; MünchKomm-Wilke, Europäisches und Deutsches Wettbewerbsrecht, 2. Aufl. 2018, § 173 GWB, Rdnr. 54; Reidt/Stickler/Glahs-Stickler, Vergaberecht, 4. Aufl. 2018, § 173 GWB, Rdnr. 23; Burgi/Dreher-Vavra, Beck’scher Vergaberechtskommentar, 3. Aufl. 2017, § 173, Rdnr. 24, m.w.N.). Wenn nämlich die Beschwerde ohnehin nicht zum Erfolg führen kann, kann das Interesse des Beschwerdeführers an der Verlängerung der aufschiebenden Wirkung von vornherein die Interessen der Vergabestelle bzw. der Allgemeinheit nicht überwiegen (vgl. Senat, a.a.O.; OLG Schleswig, a.a.O.; Ziekow/Völlink-Losch, a.a.O.; Burgi/Dreher-Vavra, a.a.O.).

Danach kann dem Verlängerungs- beziehungsweise Wiederherstellungsantrag nicht stattgegeben werden, wenn die sofortige Beschwerde bei der gebotenen und im Verfahren nach § 173 Abs. 1 Satz 3 GWB allein möglichen summarischen Prüfung (vgl. Senat, a.a.O.; OLG Karlsruhe, Beschluss vom 19. Februar 2020 – 15 Verg 1/20; OLG Dresden, Beschluss vom 21. August 2019 – Verg 5/19; OLG München, Beschluss vom 30. Juli 2018 – Verg 05/18; OLG Frankfurt am Main, Beschluss vom 3. Mai 2018 – 11 Verg 5/18; Beschluss vom 24. August 2017 – 11 Verg 12/17; Dieck-Bogatzke in: Pünder/Schellenberg, Vergaberecht, 3. Aufl. 2019, § 173 GWB, Rdnr. 28) auf der Grundlage der ge eingegangenen Schriftsätze keine Aussicht auf Erfolg hat.